bojensound

geheult wird ja immer

Archiv für Juli, 2009

Zeitmaschine

Zeitmaschinen besitzen seit jeher eine besondere Magie, der ich mich schwer – gar nicht – entziehen kann. Das Paradoxon. Wenn jemals in der Zukunft eine solche Maschine erfunden würde – gäbe es sie schon längst und zwar seit Anbeginn der Zeit (so ganz ohne Raum hehe). Aber darum soll es gar nicht gehen.

Beim Twittern mit @KleinErna entstand der Spleen, seltengebräuchliche Wörter zu bewahren, zu schätzen und sie bei allen unpassenden Gelegenheiten zu benutzen. Nur, welche Wörter sind denn spärlich im Gebrauch? Ich quassel ja den ganzen lieben Tag grundsätzlich Unfug. Dabei entfleucht mir hier und da schonmal eine mit Patina behaftete Wortkombination aus vergangen Tagen – so denn der Zuhörer/Leser das so empfindet. Mein Betrachtungswinkel ist aber so verschoben, dass in meiner kleinen Buchstabenwelt alles in Ordnung ist. Sporadisch aber fühle ich mich aber wie ein Zeitreisender auf dem Weg in die Zukunft, ohne loslassen zu wollen – zu können. Vermalledeit nochmal, welch eine Krux mit der deutschen Sprache. Einerseits habe ich den Hang so wenig wie möglich zu reden und verschnüre partiell ganze Emotionsklumpen in einen einzigen Laut, anderseits liebe ich die Ausschweifungen, die sich der Sprache manchmal bietet, nur um noch eine Runde um den sprichwörtlichen heißen Brei zu parlieren.

Kurz gesagt: altmodisch find ich knorke!

So und warum nu genau Zeitmaschine? Ich hab heute einen Brief meiner Depotbank erhalten: man könne meine Anteile derzeit nicht verkaufen, da noch eine Sperrfrist existiere. Der Brief stammt vom 05.Novemver 2007. Willkommen in der Vergangenheit!

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Rose Kemp – Violence


Leider gibt’s zu „The Unholy“ kein Video… aber das hier ist auch ganz fein 🙂

Update: Na wenigstens als Standbildvideo: http://www.youtube.com/watch?v=Uxu0Xx0DVwk

Miese Laune im Guten Morgen Land

So ein Tag fängt oftmals sinnigerweise mit Aufstehen an. Das ist der grausame Akt zwischen Wachwerden und dem obligatorischem Gang ins Bad. Man steht ja gerne über den Dingen, aber steht man gerne auf? Ich tu es nicht. Weder in der Woche noch am Wochenende. Warum soll ich jetzt aufstehen? Achja, der pflichtbewußte Mensch geht natürlich seiner Arbeit nach. Dann sollte es doch genauso natürlich sein, aufzustehen. Ist es aber nicht. Wer kennt das nicht: Der Wecker klingelt. Zack, ein beherzter Griff Richtung Lärmquelle und unter Zorn und absoluter Planlosigkeit wird das Störgeräusch beseitigt, nur um 10min später wieder auf sich aufmerksam zu machen: „Du musst aufstehen.“ Ab da realisiert das Gehirn zum ersten mal, dass die Nacht zu kurz, der Schlaf viel zu wenig und der beginnende Tag eh scheiße wird. Ein Blick auf das Zeiteisen verrät einem offensichtlich: „Nun aber hurtig, es ist eigentlich schon zu spät.“ Interpretiert wird die Uhrzeit so: „Ach 10 Minuten hab ich noch.“ Ganze 30 Minuten später fühlt man sich noch kaputter, noch unausgeschlafener, als beim ersten Klingeln. Und jetzt soll man aufstehen. Dieser Zwang, die Unaufrichtigkeit dem Tag gegenüber (ja ich wünschte mir, er wäre schon jetzt wieder zuende und doch werde ich ihn beginnen), ist nur der Anfang einer sich wiederholenden Katastrophe. Düster oder? Aber ich bin auch Single. Und die anderen? „Du Schatz? Machst du einen Kaffe?“ Egal wer Schatz ist, Schatz muss aufstehen. Schatz darf nicht weiterschlafen und leider kann man diese „Lärmquelle“ nicht so elegant ausstellen, um sich noch die verlogenen 10 Minuten ins Kopfkissen zu drücken. Schatz steht natürlich genauso pflichtbewusst auf. Ich hab mal auf eine dieser Pop-Postkarten folgendes gelesen: „Du kannst kein neues Leben beginnen, aber jeden Tag neu gestalten.“ Gegenthese: wenn der Tag jedesmal gleich (beschissen) beginnt und das Ende den Anfang bestimmt, dann ist der zu gestaltende Spielraum recht klein und selbst dann, weicht man selten vom Üblichen ab. „Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht.“ Also quält er sich lieber jeden Morgen, um auf die Beine zu kommen.Der Mensch hat zwei Beine. Diese kann er einknicken und recht autark voneinander bewegen. Wir haben sie, um uns damit fortzubewegen, oder sie zu zeigen. Manche verdienen auch eine ganze Menge Geld damit. Schonmal mit dem falschen Bein aufgestanden? Probier es doch mal mit dem richtigen Bein! Wann merkt man, dass man mit dem richtigen Bein aufgestanden ist? Sofort oder erst einige Zeit später? Und woran merkt man das? „Du siehst heute aber richtig gut gelaunt aus.“ „Ja, ich bin auch mit dem richtigen Bein aufgestanden.“ Wüßte nicht, dass ich diesen Wortwechsel jemals aktiv miterlebt hätte. Nein, es ist immer wichtig zu erwähnen, dass es gerade das falsche Bein war. Welches Bein? Na das Falsche, nicht das Richtige. Die negative Einstellungen zu seinen Beinen ist doch schon verkehrte Welt. Einen schlechten Start in den Tag schieben wir gerne auf unsere Unfähigkeit “richtig“ aufzustehen. Ich höre auch öfters, dass die vorangegangene Nacht daran schuld sei. Oder gar der Mond, die Luft… alles was uns seit jeher umgibt, ist schuld. Es kann aber auch der schnarchende Partner, der klavierspielende Nachbar, das quengelnde Kind, der nächtliche Heißhunger schuld sein. Ja vielleicht sogar das eine schlechte Bier vom Vorabend. Alles Gründe für schlechte Beine, ähm ich meine einen schlechten Tagesbeginn. Haben wir diese Gründe nötig? Müssen wir uns vor uns selbst rechtfertigen? Bei Ausreden raucht unser Kopf unter Volldampf. Dafür haben wir Energie.

Raucher haben immer Ausreden, Gründe um schlecht drauf zu sein. Ich bin Raucher und wenn ich mir so meine Raucherbeine anschaue, weiß ich schon jetzt: „Das wird morgen ein beschissener Tag.“ Soll heißen, ich steh jeden Tag mit dem falschen (Raucher)Bein auf. Und als Raucher habe ich auch eine effektive Methode der Rechtfertigung: die erste Zigarette. Solange die nicht geraucht wurde, gilt man als ungenießbar. Es sind dann auch nicht die Gliedmaßen schuld, sondern die nichtgerauchte erste Zigarette: „Was hast du denn? Mit dem falschen Bein aufgestanden?“ „Ich hab noch keine geraucht und es ist schon 10 Uhr!“ Ja, Aussagen solcher Natur bedeuten: ‚Ich bin mies gelaunt und ob ich jetzt um 10 Uhr rauche oder gar nicht mehr, macht es nicht besser, der Tag ist in jedem Fall hinnüber. Den Grund kenn ich aber nicht.‘

Was der Bauer nicht kennt, sollte ihm mal beigebracht werden. Zu einem erfolgreichen Start in den Tag, gehört auch die Einstellung, dass der Tag in jedem Fall wert ist, begonnen zu werden. Dazu sollte man sich einmal ganz ehrlich fragen, warum man aufsteht. „Ich muss zur Arbeit, zur Schule, in den Urlaub, ins Gefängnis.“ Klar muss man. Wenn man sich dafür entschieden hat. Die Entscheidung lag und liegt immer bei einem selbst. Nur, dass man dann so unglücklich mit der Entscheidung ist, dass man sich gleich den Tag damit verbaut, da kann der Tag doch nichts dafür. Der Tag ansich ja nicht, aber so ein Wochentag ist ein ganz finsterer Geselle. Wochentage. Es gibt, in der Regel, 5 an der Zahl. Sie haben Namen und der gemeinste Name ist Dienstag. Am Montag Abend wissen wir schon, dass Dienstage verboten gehören. Denn an einem Dienstag wird einem erst richtig bewusst: Die Woche wird sehr lang, das Wochenende ist noch sehr weit weg und rückblickend brauch man auch ganz dringend wieder ein Wochenende. Denn am Letzten ist man irgendwie mit dem falschen Bein aufgestanden und hat erstmal eine geraucht. Ohh Nichtraucher natürlich nicht, aber ich glaub, die bleiben an Wochenenden einfach liegen. Na, ob das so gesund ist?

Ein gesunder Tagesbeginn bedingt ein nahrhaftes Frühstück. Morgens speisen wie ein Kaiser, mittags wie ein König und abends wie ein Bettler. Ich hab mich morgens noch nie wie ein Kaiser gefühlt…. wobei ich schon öfters einen in der Krone hatte. So ein Frühstück macht sich selten von alleine, außer Schatz macht neben dem Kaffe auch gleich mal das Frühstück. „Wenn du morgens ordentlich ißt und vor allem auf Obst achtest, dann ist der Körper viel leistungsfähiger und die schlechte Laune ist auch hinfort.“ Ahja. Kennt ihr die Sorte Menschen, die den Tag ohne Frühstück beginnen und das ganze bis fast 12 Uhr durchhalten? Ich gehöre dazu. Ich habe es in der Tat verlernt zu frühstücken. Ein Fehler! Allerdings weiß ich auch um die Gefahr, die ein Frühstück beinhalten kann. Zu wenig Schlaf. Immerhin müsste ich früher aufstehen. Alte Gewohnheiten gegen Vernunft. Und dabei ist es doch so einfach: abends früher ins Bett. Morgens erkennen, dass man soviel wert ist, sich ein Frühstück zu gönnen. Erkennen, dass der Tag mindestens genauso wertvoll wie man selbst ist. Und sollte das nicht der Fall sein, dann ist nicht der Vollmond unseres schnarchenden Nachbarn schuld, sondern du.

Das ist ein etwas älterer Text…

Hip Hop

Yo! Ja, das habe ich auch mal gesagt. Lang ist’s her. Zuletzt so um 1991 rum, Yo! Zartes Alter von 14 und ich komm mit Metal in Berührung. Auf Wiedersehen hüpfender Beat, willkommen schreddernde Gitarren. Und was für ein Wiedersehen, Yo! 2009 also gefühlte 50 Jahre nach meiner Abkehr sitze ich hier und erlebe etwas, was ich nicht für möglich gehalten hätte. Begeisterung für eine totgeglaubte Musikrichtung.

Was ist passiert?
Ich hocke eines abends vor dem Rechenknecht und klicke mich so wahllos durch diverse Seiten und lande schließlich auf der myspace-Seite von Mos Def. Wer? Na der coole Typ da aus „Italien Job“, oder „Abgedreht“. Sehr sympathisch. Also Mos Def, klingt schon nach… wonach eigentlich? Mal reingehört. Und siehe da, ich fühlte mich auf einmal in die Zeit um ’89 herum versetzt. Oldschool-Rap. Ohne Schnörkel – aber mit sehr vielen Details. Da sind diese knarzigen 70er Jahre Sounds, die Soundtrackmotive, die sich immer wieder in die Songs einschleichen, ohne sie aufzublähen oder episch erscheinen zu lassen. Hier wackelt man mit breitem Grinsen mit dem Kopf, die geneigte Zuhörerin gerne auch mit ihrem Hinterteil. Progressive Retro Hip Hop. Aber im Prinzip rockt der Bengel einfach nur…

Mos Def – „Casa Bey“ – The Ecstatic – 6.9.09

So und warum war jetzt dieser Eminem so erfolgreich?

Intelligenzmastanlage & Streuobstkonverter

Los gehts: Ich halte wenig bis gar nichts vom Web2.0. Das mag aber daran liegen, dass an mir Version 1 vorbeigegangen ist. Gab es eigentlich auch Zwischenversionen… 1.5.4.02b? Hat das jemand mal archiviert?Warum ich mich dennoch unter die unfähigen Schreiberlinge begebe und warum ihr daran teilhaben dürft, erfahrt ihr hier nicht. Ihr müsst nur damit leben, sofern der Wunsch besteht, hier mitzulesen.

Also worum geht’s? Na um alles was mir so in den Sinn kommt, oder mir sinnigerweise zugetragen wurde. Ich habe keine Zielgruppe und auch kein Ziel, ziele aber direkt auf euch. Peng! Nein, nicht auf diese Art, eher mit einem Augenzwinkern. Denn wirklich leiden darf man seine Leser ja nicht. Und euch kann ich sowieso nicht leiden.

Was gibt es sonst noch zu sagen, in einem ersten Post? Nichts!
Getreu dem Zitat von Wilhelm Busch:

Gedanken sind nicht stets parat. Man schreibt auch, wenn man keine hat.